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Wir fordern den 4-Stunden-Tag als...

Tarifpolitische Forderung

Als tarifpolitische Forderung der Gewerkschaften zielt der 4-Stunden-Tag auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen – auf mehr Zufriedenheit, mehr Gesundheit und mehr Beschäftigung bei weniger Arbeit für die Einzelnen. Die Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich erlaubt mehr Gleichberechtigung für unterschiedliche Lebenslagen. Alleinerziehende, die häufig nur in Teilzeit arbeiten können, entgehen durch die ‚kurze Vollzeit‘ dem hohen Armutsrisiko, mit dem sich insbesondere Frauen konfrontiert sehen. Der hohe Beschäftigungsstand durch den vollen Personalausgleich führt zu einer massiven Stärkung der Beschäftigten und ermöglicht dadurch mehr Mitbestimmung und mehr Kontrolle von unten.

Gesellschaftspolitisches Projekt

Als gesellschaftspolitisches Projekt ist der 4-Stunden-Tag eine zukunftsorientierte, solidarische und bedürfnisorientierte Forderung, die sich der bedrängten Lebenslage einer Vielzahl von Menschen annimmt. Gegen den Konkurrenz- und Leistungsdruck, gegen Armut und Schikanierung, ob im Betrieb, in der Ausbildung, in der Ausländerbehörde oder beim Jobcenter, fordern wir eine radikale Arbeitszeitverkürzung, die auf eine Umverteilung von Arbeit, Zeit und Reichtum zielt und allen die Möglichkeit eines erfüllteren Lebens gibt – mit Zeit für Freunde, Familie, Kultur und demokratische Teilhabe. Ohne Aussicht auf eine bessere Zukunft erstarken die Geister der Vergangenheit, ob in rechten Parteien oder reaktionären Bewegungen.

Metapher für das gute Leben

Als Metapher gibt die 4-Stunden-Forderung Anstoß, darüber nachzudenken, wie wir leben möchten und was uns davon abhält. Sie löst sich darin zugleich von der Fixierung auf Lohnarbeit, die uns in den Dienst des Privateigentums stellt, zu ständiger Einsatzbereitschaft nötigt und zu Gehorsam verpflichtet. Indem wir uns der Fremdverfügung über unsere Zeit entziehen, öffnet sich Raum für Kreativität und die Entwicklung von Talenten, für die gemeinsame und demokratische Lebensgestaltung oder einfach dafür, die Zeit sinnlos verstreichen zu lassen. Damit weist die 4-Stunden-Forderung den Weg in eine Gesellschaft, in der Arbeit nicht mehr als die einzige Möglichkeit gesellschaftlicher Teilhabe erscheint, sondern als Zwangszusammenhang erkannt und verbannt wurde zugunsten eines erfüllten und tätigen Lebens.

Initiator*innen 2018: