2. Mai – Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen

– Für eine gerechte Verteilung der Arbeit und die Wiedergewinnung unserer Zeit –

Dokumentation der Aktion als PDF

Sonntag, 2. Mai 2021 – 15 Uhr – am Jobcenter Wedding / Berlin

Das Bündnis 4-Stunden-Liga Berlin ruft zur Protestkundgebung auf:
– Redebeiträge
– Performance des Arbeits*zeitverkürzungs*amts
– Musik & Kunst
– Corona-konform!*

4-Stunden-Liga Berlin
Für den 4-Stunden-Arbeitstag!  / Bei vollem Lohn- und Personalausgleich! / Zahlen muss das Kapital!

*Angesichts der Situation achten wir während der Veranstaltung darauf, dass Masken getragen werden, sowie auf Abstände und Hygiene geachtet wird. Bei einem erhöhten Ansteckungsrisiko wird die Veranstaltung im Onlineformat stattfinden.

Crowdfunding
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Heraus zum 2. Mai, dem Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen!

Während am 1. Mai die Belange der Erwerbstätigen und der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen auf der Tagesordnung stehen, wollen wir am 2. Mai gemeinsam auf die Straße gehen, um den Fokus auf Erwerbslosigkeit zu richten und für die Interessen derer kämpfen, die systematisch aus der Sphäre der Erwerbsarbeit ausgeschlossen werden.

Das System der Lohnarbeit produziert Ausschluss

Erwerbslosigkeit gilt in unserer Gesellschaft meist als individuelles Versagen, dabei gehört sie zu den strukturellen Bedingungen jeder kapitalistischen Gesellschaft. Zum einen werden beständig Lohnabhängige auf die Straße gesetzt, die aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen nicht mehr gebraucht werden. Gleichzeitig benötigt die kapitalistische Produktion zu jeder Zeit ein Reservoir an Arbeitskräften, auf das im Falle lockender Profite zugegriffen werden kann. Erwerbslosigkeit kann prinzipiell alle treffen und die berechtigte Angst vor Jobverlust macht Menschen gefügig und somit zur Manövriermasse im kapitalistischen Wettbewerb.

Lohnarbeit? Ich krieg die Krise

In Krisenzeiten, wie in der aktuellen Pandemie, genügt für Unternehmen meist der Verweis auf die wirtschaftlich schwierigen Bedingungen (die für sie aber eigentlich zu jeder Zeit gegeben sind) um Stellenabbau und prekäre Beschäftigungsverhältnisse öffentlich einfach rechtfertigen zu können. In diesen systemimmanenten Krisen wird die Furcht vor Jobverlust, prekären Arbeitsbedingungen oder Langzeiterwerbslosigkeit noch einmal gesteigert und Arbeitskämpfe erheblich erschwert. Umso wichtiger ist, gerade in Krisenzeiten gemeinsam für die Interessen von Lohnabhängigen und Erwerbsarbeitslosen auf die Straße zu gehen.

Erwerbslos ist nicht arbeitslos

Im Begriff der „Arbeitslosigkeit“ zeigt sich außerdem bereits die Abwertung derjenigen Tätigkeiten, die außerhalb der Erwerbsarbeit liegen. Neben dem Kampf mit dem Jobcenter und gegen das gesellschaftliche Stigma haben Erwerbslose, wie auch alle anderen, noch allerhand weitere Arbeiten zu erledigen. Darunter fallen vor allem auch Erziehungsarbeit, die Pflege von Angehörigen oder die Erledigung von Aufgaben im Haushalt – Tätigkeiten also, die leider immer noch größtenteils von Frauen* verrichtet und durch die Überhöhung der Lohnarbeit abgewertet werden.

Wir fordern daher auf dem diesjährigen Tag der Arbeitslosen:
Eine bessere und gerechtere Verteilung gesellschaftlicher Arbeit!
Mehr Zeit für Selbstverwirklichung, Politik und Reproduktionsarbeit!
Das Ende von Lohnarbeits-Ethos und Stigmatisierung von Erwerbslosigkeit!